Chormusik zum Totensonntag

Lux aeterna

Chormusik zum Totensonntag

  • Francis Poulenc
  • Peter Cornelius
  • Herbert Howells u. a.

Samstag, 23. November 2019, 19:30 Uhr
Kirche St. Peter und Paul, Gerlingen

Sonntag, 24. November 2019, 19:00 Uhr
Michaelskirche Waiblingen

Waiblinger Vocalensemble
Alexander Bischoff, Tenor
Katharina Eberl, Leitung

Zum Programm

In den alten Requiem-Texten zum Totensonntag steht neben der Höllenfurcht immer auch die Zuver-sicht, dass den Gerechten das ewige Licht leuchten wird, in der Trauer um die Toten wird ein Hoffnungs-schimmer sichtbar. Dieser Zuversicht widmet sich das Konzert, das durch den gregorianischen Choral „Lux aeterna“ eingeleitet wird.

„Selig sind die Toten“: der Text aus der Offenbarung, der auch im Brahms-Requiem so eindrucksvoll vertont ist, erklingt in einer frühbarocken englischen Motette von Thomas Tomkins: nach dem ruhigen homophonen Beginn verschränken sich die Stimmen zu einem kunstvollen Geflecht. Tiefe Trauer wird fühl- und hörbar in der sechsstimmigen Motette von Thomas Weelkes: David trauert um seinen ermordeten Sohn Absalom, wünscht sich, er wäre an dessen Stelle gestorben. Abwärts führende Linien, die schließlich am Ende in dem Ruf „Oh Absalom, mein Sohn“ münden, der nur noch von einzelnen Stimmen vorgetragen wird, drücken seinen furchtbaren Schmerz aus.

Francis Poulencs „Un soir de neige“ entstand 1944 im von den Deutschen besetzten Frankreich. Poulenc hatte seinen Freund Paul Eluard um Texte für seine sechsstimmigen Gesänge gebeten. Der Winter steht darin symbolisch für die Härten der Kriegszeit - es ist nicht abwegig, bei den Bildern von Dunkelheit, Kälte, Heimatlosigkeit und Gefangenschaft an die in ständiger Gefahr lebenden Widerstandskämpfer während der Besatzungszeit zu denken.
Die Tonsprache Poulencs stützt sich durchgehend auf eine genaue Auslegung der Texte Eluards, sodass jedes Stück seinen eigenen Charakter bekommt. Das erste zeigt die Unbehaustheit des Menschen in einer Natur, in der doch jedes andere Ding seinen Platz hat. Der Chorsatz entwickelt sich nach und nach aus einzeln vorgetragenen Melodien, auch im darauffolgenden Tutti sticht die Klage heraus: „Nous n’avons pas de feu“ – uns fehlen Heimat und Wärme.
Im zweiten, dramatischen Stück geht es um ein in der Falle gefangenes Tier im Wald voller Gefahren. Poulenc baut hier zu Beginn eine unheimliche Atmosphäre auf, bevor in einem plötzlichen Fortis-simo, wie in einer Explosion des Schmerzes, der Blick auf das bereits tödlich verwundete Tier fällt. In ständig wechselnder Dynamik wird vorausgesagt, dass auch der stolze Wolf von der Keule des Todes niedergestreckt werden wird.
Nacht, Kälte und Einsamkeit umgeben einen Ge-fangenen im letzten der vorgetragenen Stücke (Nr. IV). Zu Beginn berichtet er (in einzelnen Stimmen) davon, wie sein Gefängnis durch die Kraft der Natur gesprengt wird. Die Folgen werden hörbar in einer gemeinsamen Deklamation des ganzen Chors: Mit schneidender, „brennender“ Kälte hält der Winter den Befreiten fest im Griff; kühne Harmoniewechsel – jeder einzelne Akkord in neuer Tonart – markieren das Ende.
Insgesamt entsteht eine Musik von intensiver Farbigkeit, von leuchtender Schönheit bei allem Schmerz.


Die zwei hochromantischen Motetten „Requiem aeternam“ und „Absolve Domine“ wurden von Peter Cornelius ursprünglich für vierstimmigen Männerchor komponiert. Auch in der Fassung für gemischten Chor bleibt die tiefe und warme Stimmung erhalten und es ist der Bass, der führt, wo es um das ewige Licht, das den Toten leuchtet, und um die Erlösung der frommen Seelen geht.

Das vier- bis achtstimmige, selten aufgeführte Requiem von Herbert Howells, entstanden 1936, gilt als eines der schönsten und bewegendsten Werke der englischen geistlichen Musik des zwanzigsten Jahrhunderts. Das bereits vor dem Tod seines 9-jährigen Sohnes begonnene und danach, 1936, vollendete Werk blieb zunächst, so Howells, ein „persönliches und fast geheimes Dokument“, bis es 1981 erstmals veröffentlicht und aufgeführt wurde.  Der Zyklus kombiniert englische und lateinische Texte und beginnt nicht etwa mit einem Trauergesang, sondern mit der Gewissheit der Befreiung: Retter der Welt, du hast uns erlöst. Es folgen im Wechsel der traditionelle lateinische Requiem-Text mit den Psalmen 23 „Der Herr ist mein Hirte“ und 121 „Hebe deine Augen auf zu den Bergen, von welchen dir Hilfe kommt“, vorgetragen in englischer Sprache. Das Werk ist von kühner Harmonik, die jedoch immer wieder in reine, erlösende Dur- und Moll-Akkorde mündet.

Der erste Teil beginnt sehr langsam aus dem Piano heraus und entfaltet sich allmählich zu voller Acht-stimmigkeit, aus der sich Solostimmen hervorheben: demütig suchen wir dich, unseren Herren. Die englischsprachigen Psalmenvertonungen sind von ganz anderem Charakter: in ihnen werden – im Gegensatz zu den lateinischen Gemeindegesängen – die Stimmen Einzelner hörbar, in denen die Gewissheit des göttlichen Beistands besungen wird ; den gleichen Gedanken nimmt der Chor auf und deklamiert unisono in gemeinsamem variablem Rhythmus. Im folgenden lateinischen achtstimmigen Mittelteil erhebt sich der Sopran in weitgespannter Linie und besingt das ewig leuchtende Licht. Nach dem zweiten englischen Psalm, der solistisch in freiem Rhythmus eingeleitet wird, schildert der abschließende fünfte Requiem-Teil zunächst die Ruhe in langen liegenden, kaum variierten Akkorden. Allmählich hebt sich eine steigende und fallende Melodie heraus, die nach und nach von verschiedenen Stimmen nachgeahmt wird. Der Satz steigert sich auch im Tonumfang und kommt nach und nach sowohl harmonisch als auch rhythmisch zu seinem Höhepunkt, in dem wiederum fast ekstatisch das Licht besungen wird. Das Stück endet in großer Ruhe mit einem reinen A-Dur-Akkord.

Ein Beispiel, wie man friedlich und glücklich sterben kann, gibt uns Simeon im Neuen Testament; als er das Jesuskind auf den Armen trägt, stimmt er seinen Lobgesang an, in Martin Luthers Nachdichtung: „Mit Fried und Freud ich fahr dahin – der Tod ist mir Schlaf worden“. Dietrich Buxtehudes fünfstimmige Choralbearbeitung strahlt Freude und Heiterkeit aus – eine Kostbarkeit aus der Barockzeit. Ganz anders stilistisch die beiden letzten Chorstücke: Carl Gottlieb Reissingers frühromantische Motette „In die angustiae“ drückt die inständige Anflehung Gottes in der Todesstunde aus. Das Konzert endet, wie es begonnen hat, mit dem „Lux aeterna“, hochromantisch vertont von Josef Gabriel Rheinberger.

Abschlusskonzert zur Remstalgartenschau

Joseph Haydn "Die Schöpfung"

Kooperationskonzert mit anderen Waiblinger Chören

Sonntag, 20.10.2019 im Bürgerzentrum Waiblingen

Cornelia Götz, SopranNik-Kevin Koch, TenorThomas Fleischmann, BassMichaelskantorei WaiblingenPhilharmonischer Chor WaiblingenSalier-Lehrer-Eltern-ChorStaufer-Lehrer-Eltern-ChorWaiblinger JugendkantoreiWaiblinger Vocalensemble.

Waiblinger Kammerorchester und Bläser der Musikschule Unteres Remstal
Leitung; Aja Schwoerer, Peter Meincke und KMD Immanuel Rößler

Gemeinschaftsaufführung Waiblinger Musizierender zur Remstalgartenschau

Geistliche Motetten und Werke für Violoncello solo

Tu solus

Geistliche Motetten und
Werke für Violoncello solo von

    • Josquin des Prez
    • William Byrd
    • G. A. Homilius
    • J. S. Bach
    • C.V. Stanford
    • Igor Stravinsky
    • Maurice Duruflé
    • u. a.


    Samstag, 18. Mai 2019, 19 Uhr
    Kirche zur heiligsten Dreifaltigkeit Rudersberg

    Sonntag, 19. Mai 2019, 19 Uhr
    St. Antoniuskirche Waiblingen

    Sonntag, 30. Juni, 19 Uhr
    Martinskirche Neuffen

    Waiblinger Vocalensemble
    Heather Moseley, Violoncello
    Katharina Eberl, Leitung