33 Jahre Waiblinger Vocalensemble

Das Waiblinger Vocalensemble wurde im Jahr 1983 vom Hochschulmusikdirektor a. D. Friedemann Keck in Waiblingen gegründet. Er leitete bis zum 1991. Danach sang das Ensemble unter der Leitung von Michael Alber (bis 2012 Chordirektor der Stuttgarter Staatsoper, heute Professor für Chorleitung an der Musikhochschule Trossingen). Alber übergab den Chor im November 2008 an den  Nürtinger Kirchenmusiker Michael Čulo. Nach dem Jubiläumskonzert 2013 gab es einen erneuten Wechsel in der künstlerischen Leitung: Michael Čulo trat die Nachfolge von Friedemann Keck als Leiter des Knabenchors "Collegium Iuvenum Stuttgart" an. Christoph Heil, Stellvertretender Chordirektor an der Oper Stuttgart, übernahm die Leitung  des Waiblinger Vocalensembles von Mai 2013 bis Oktober 2016.

Die junge Kirchenmusikerin und Studentin der Chorleitung Katharina Eberl erprobt im Augenblick ein neues Programm mit dem Chor.

"... anspruchsvolle klassische Chorwerke aller Epochen ... am Rande des großen Konzertbetriebs..."

Das kleine Ensemble mit ca. 25-30 Sängerinnen und Sängern hat sich der Erarbeitung anspruchsvoller klassischer Chorwerke aller Epochen verschrieben. Vom Stammsitz Waiblingen aus konzertiert es vor allem im süddeutschen Raum. Die kleine, flexible Besetzung erlaubt die Erarbeitung interessanter Programme am Rande des großen Konzertbetriebs.

Zum Beispiel gestaltete das Waiblinger Vocalensemble 1997 beim Festival „Europäische Kirchenmusik“ in Schwäbisch Gmünd die Uraufführung der „Kantate der Hoffnung“ des Stuttgarter Kirchenmusiker Detlef Dörner. Dieser bearbeitete auch für das Waiblinger Vocalensemble „große“ Werke für kammermusikalische Besetzungen, unter anderem Gabriel Faurés „Requiem“ und Psalmvertonungen von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Programme mit unkonventionellen Verbindungen

Höhepunkte der vergangenen Jahre waren Uraufführungen zeitgenössischer Kompositionen von Peter Beyer und  David Kosviner, die Stuttgarter Erstaufführung von Fanny Hensel-Mendelssohns „Oratorium nach Bildern der Bibel“, Händels „Messias“ im englischen Original und Bachs „Johannespassion“. Im Jahr 2000 erklang die „h-moll-Messe“ von Johann Sebastian Bach als Beitrag zum 750-jährigen Bestehen Waiblingens und zum 250. Todesjahr Bachs. Neben den großen Werken hat die a-cappella Musik von der Vokalpolyphonie über die geistliche und weltliche Musik der Romantik bis zur Moderne eine besondere Bedeutung für den Chor.


Die Programme zeichneten sich in der Vergangenheit immer wieder durch die unkonventionelle Verbindung geistlicher Werke aus: zum Beispiel Gabriel Faures „Requiem“ mit der Bach-Motette „Jesu meine Freude“ (2000) oder im Programm „Cantus Missae“ (2001) – ein Gang durch das Messordinarium in einer Folge von Messesätzen von Palestrina bis in die Gegenwart, erweitert und ergänzt durch geistliche Lieder von Schumann und Mahler.

Das Jahr 2005 wurde musikalisch von Verdis „Requiem“ in Zusammenarbeit mir der Kurrende Tübingen, sowie Konzerten mit Janacek und Rheinberger bestimmt. Im Sommer 2006 konzertierte das Waiblinger Vocalensemble mit Mozart-Kanons und Opernchören auf dem Waiblinger Marktplatz und im Lapidarium Stuttgart.

2008 standen mit „Anrufung des Herrn“ – Motetten aus der Hochzeit der Vokalmusik auf dem Programm des Chores, sowie am 25. Oktober 2008 Bruckners e-moll-Messe in Verbindung mit Franz Lachners (1803 - 1890) Stabat Mater und der Uraufführung der 2005 entstandenen Kompostion  ". . . Dann . . ."  von Stephan Stork. Gleichzeitig war dieses Konzert im Jubiläumsjahr das letzte Konzert unter der Leitung von Michael Alber, der danach die Leitung des Waiblinger Voalensembles an Michael Čulo weitergab.