Chorkonzert mit Chormusik zu Sturm und Gewitter

Konzert am Samstag, 25. März 2017, 19:00 Uhr im Bürgerzentrum Waiblingen- Welfensaal mit Chormusik zum Thema Sturm, Wind und Regen von Veljo Tormis, Edward Elgar, Josef Gabriel Rheinberger, Robert Schumann u.a. mit dem Waiblinger Vocalensemble Teresa Ritter-Schütz, Flöte Katharina Eberl, Orgel, Leitung

Konzert am Samstag, 25. März 2017, 19:00 Uhr im Bürgerzentrum Waiblingen- Welfensaal mit Chormusik zum Thema Sturm, Wind und Regen von Veljo Tormis, Edward Elgar, Josef Gabriel Rheinberger, Robert Schumann u.a. mit dem Waiblinger Vocalensemble Teresa Ritter-Schütz, Flöte Katharina Eberl, Orgel, Leitung

Beim letzten Konzert vom 25. März 2017, das im Waiblinger Bürgerzentrum stattfand, drehte sich fast alles ums Wetter!

Chormusik zu Sturm und Gewitter

mit Werken von Josef Gabriel Rheinberger, Veljo Tormis, Edward Elgar, Robert Schumann und anderen

Konzert: 25.03.2017 um 19.00 Uhr
Bürgerzentrum Waiblingen, Welfensaal

 

Waiblinger Vocalensemble
Teresa Ritter-Schütz, Flöte

Katharina Eberl, Leitung

Eintritt frei

 

Dieses Programm ist - leider ohne die Solo-Flöte - am Sonntag, 7. Mai 2017 um 18:00 Uhr in Göcklingen bei Landau noch einmal zu hören.

Zum Programm "Ungewitter"

„Jeder schimpft auf das Wetter, aber keiner tut etwas dagegen.“ So ein Satz kann nur von einem englischen Erzähler und Satiriker (Mark Twain) stammen. Wenn wir ein ganzes Konzertprogramm zu Sturm, Wind und Wetter machen, so dürfen englische Komponisten keinesfalls fehlen.

„The rainy day“ des englischen Romantikers Arthur Sullivan (1842-1900) besingt die Melancholie des Spätherbsts, der dem Herbst des Lebens, dem Abschied von der Jugend gleicht. Ist es tröstlich, dass es allen Menschen ähnlich geht?

Eine andere Stimmung scheint ein zunächst fröhlich wirkendes Stück des englischen Komponisten Thomas Augustine Arne (1710-1778) auszustrahlen. Das zugrundeliegende Shakespeare-Sonett wird allerdings mit gedankenschwerem Inhalt vertont: Der kalte Winterwind sei nicht so bitter wie die Undankbarkeit des Menschen, der Frost nicht so schneidend wie die Untreue mancher Freunde.

Antonio Vivaldis Flötenkonzert „La Tempesta di Mare“ ist das erste von sechs Flötenkonzerten op.10. Es sollte nicht verwechselt werden mit seinem Violinkonzert desselben Titels, welches zusammen mit seinen berühmten Vier Jahreszeiten veröffentlicht wurde. Deutlich zu hören ist auch in seinen Flötenkonzerten jener unverwechselbare Stil des Geigers Vivaldi mit seinen vielen typischen Violinfiguren.

Als ein erster Schwerpunkt des Programms sind Miniaturen aus dem Jahre 1964 des erst im Januar 2017 verstorbenen estnischen Komponisten Veljo Tormis zu hören, nach Gedichten von Viivi Luik „Sügismaastikud“ – Herbstlandschaften. Obwohl durchaus in moderner Tonsprache komponiert, hört man bei Tormis‘ Musik immer die reiche Vokaltradi-tion seines Landes, die Folklore Estlands, heraus, die den Liedern zugrunde liegt: in Estland wurde der Abschied aus der Sowjetunion, die Selbständigkeit, mit einer „singenden Revolution“ eingeleitet. Licht und Farben der nördlichen Heidelandschaften in den glühenden Herbstfarben werden in diesem Zyklus beschworen.

Im ersten Stück „Spätsommer“ erhebt sich die Melodie über liegenden, gesummten Akkorden, bis schließlich alle Stimmen zusammen den Abschied besingen: dieser Sommer kommt nicht wieder.
Der Wind, die ungenannte Kraft des zweiten Liedes, lässt sich aus Vokalisen und kanonisch aufeinander folgenden Motivbewegungen erahnen, er jagt die Wolken vor sich her. Dann wieder ein getragenes Stück, dessen fremdartige Akkorde das fahle Licht des aufgerissenen Himmels abbilden.
„Schmerzensrote Blätter“ , eine wahre Miniatur, skizziert einen Gedanken, der, kaum ausgesprochen, wieder verschwindet – dann wieder „Wind über kahler Landschaft“, ein Stück mit markanten Melodien, unisono vom ganzen Chor gesungen mit furiosen Glissandi, in geheimnisvollem Flüstern endend. Das Lied „Mond in kahler Herbstnacht“ kontrastiert herbe Akkordfolgen des Unterchores mit schnell getupften Terzen der hohen Stimmen.

Das letzte Stück „Heide“ endet mit der Explosion des Lichts, über der glühenden Heide ist der Planet auflodernd in Flammen zu sehen, bildet das Nordlicht ein Symbol der Hoffnung.

Die Sonata appassionata von Sigfrid Karg-Elert in einem Satze ist mit „Sehr lebhaft und mit starker Leidenschaft“ überschrieben. Sie gliedert sich in drei Teile. Schwungvoll und leidenschaftlich beginnend folgt ein langsamer Abschnitt vor dem virtuosen Finale. Sehr dezidiert gibt der Komponist Anweisungen zur Spielweise, wie beispielsweise: aufgeregt, behutsam, sehr innig, plötzlich leidenschaftlich anschlagend und verzweifelt – fast überstürzt.

In drei Kompositionen aus der Epoche der Romantik spiegeln sich ebenfalls menschliche Leidenschaften im Naturgeschehen: Als „Nordwind“ stürmt der wilde Knabe um das Haus der Geliebten, bei der allein er Ruhe finden könnte – doch vergebens. Gabriel Rheinbergers Musik säuselt, rauscht, klagt ebenso wild wie der enttäuschte Liebende.

Robert Schumanns Komposition der Ballade „Ungewitter“ von Adalbert von Chamisso, die dem Abend den Namen gegeben hat, sieht die Zeit der Revolutionen aus der Perspektive des alten Königs, dem seine Krone schwer geworden ist und der sich angesichts der empörten Zeiten ohnmächtig fühlt: nicht einmal der Liebreiz seiner „Buhle“ kann ihn ablenken. Im machtvoll komponierten Stück wird die Liebesromantik schnell übertönt von den stark akzentuierten Schlägen des heraufziehenden Gewitters.

Der gebürtige Italiener Ernesto Köhler war Flötist an der kaiserlichen Oper in St. Petersburg. Er hinterließ über 100 Flötenkompositionen, überwiegend Studien- und Etüdenwerke. Sie verbinden in vorbildlicher Weise fingertechnische und musikalische Schulung im romantischen Stil. Viele dieser Salonstücke tragen phantasievollen Namen.

Einen weiteren Schwerpunkt des Abends bilden drei Vertonungen von Wind-und Sturmgedichten durch Edward W. Elgar (1857-1934). Obwohl er als bedeutendster Vertreter der Spätromantik in England gilt, ist er hier wenig zu hören. Elgar bringt das Inselreich mit seinen Stimmungen und Landschaften lebendig zum Klingen.
„Weary wind oft he west“ lebt von musikalischen Gegensätzen, im Wehen des Windes werden Seufzer und Aufruhr hörbar. Auch im zweiten Stück „Love’s Tempest“ , also „Liebessturm“, setzt er äußerste Gegensätze in Töne. Zunächst erscheint in lang liegenden Akkorden die saphirgrüne See, bis sie vom Sturm gepeitscht Gischt auftürmt und die Wellen mit Brüllen an den Klippen bersten: mit Sechzehntelketten und darüber gesetzten akzentuierten Akkorden ein äußerst wirkungsvoll gestalteter musikalischer Tumult, ausgelöst vom „Bild mit flammender Glut“ der Geliebten. In der Vertonung des walisischen Dichters Henry Vaughan „The Shower“, in dem Regen, Luft und Sonne in bezauberndem Wechselspiel aufeinander folgend die Gefühle eines Liebeskranken abbilden, beendet das „Ungewitter“ mit „a sunshine after rain“.